Stark in der Region

Versorgungssicherheit zu Weihnachten

Während die einen den Feiertag genießen und sich am Lichterglanz erfreuen, sind andere im Einsatz und sorgen dafür, dass die Lichter am Tannenbaum nirgends ausgehen.

Auch an Weihnachten sind die Mitarbeiter der Netzleitstelle zur Stelle, um die Versorgungssicherheit im Netzgebiet zu gewährleisten. (Foto: Sarah Jonek)

Es ist Weihnachten, die Menschen in Werther bereiten das Weihnachtsessen vor. Bald schon kann die Bescherung unterm Baum beginnen. Ein gutes Essen, das bereiten sich auch die beiden Kollegen in der Leitstelle der Stadtwerke Bielefeld zu. Ein kleines Geschenk gibt es von der Geschäftsführung. Ansonsten ist Heiligabend ein ganz normaler Arbeitstag für sie. Denn in der Leitstelle laufen sprichwörtlich alle Fäden zusammen: Auf großen Bildschirmen haben die insgesamt 18 Kollegen die Energie- und Wassernetze von Bielefeld und Werther rund um die Uhr im Blick und können sie von dort aus sogar steuern. Die Stadtwerke Bielefeld unterstützen die EWG Werther bei Überwachung und Steuerung des Stromnetzes, da der Betrieb einer Leitstelle allein für Werther zu aufwendig wäre.

Weihnachten in der Netzleitstelle

Die Leitstelle ist an 365 Tagen rund um die Uhr besetzt. Die Netzführer sind seit Jahren ein eingespieltes Team. „Das gilt auch für ihre Familien. Wir planen die Besetzung der Leitstelle weit im Voraus. Deshalb wissen die Familien schon im Jahr zuvor, ob sie Weihnachten anders organisieren, weil der Mann oder der Papa arbeiten muss“, erklärt André Hielscher, Leiter Operative Netzführung bei den Stadtwerken Bielefeld. Jedes Jahr sind es sechs Kollegen, die sich zu zweit die Früh-, Spät- und Nachtschicht teilen.

„Um die Mittagszeit, wenn der Wechsel zwischen Früh- und Spätschicht erfolgt, bekommen die Mitarbeiter ein kleines Paket. Das übergebe ich als Vorgesetzter traditionell mit unserer Geschäftsführung und dem Betriebsrat zusammen“, sagt Hielscher.

Diese Wertschätzung ist allen im Unternehmen sehr wichtig, und das Team der Netzleitstelle freut sich sehr über diese Anerkennung.

So sieht ein Arbeitstag an Weihnachten aus

Erfahrungsgemäß ist es an Heiligabend und den folgenden Feiertagen eher ruhig in der Netzleitstelle. Die meisten Menschen haben frei und sind zu Hause. Also ist die Wahrscheinlichkeit einer Beschädigung der Leitungen, zum Beispiel durch Unfälle an Baustellen, eher gering. Die Kollegen in der Leitstelle merken allerdings sehr deutlich, wenn in Werther und Bielefeld das Essen zubereitet wird. „Dann sehen wir die sogenannte Gänsebratenspitze im Stromnetz“, schmunzelt Hielscher.

Das hat es mit der Gänsebratenspritze auf sich

Ab dem frühen Nachmittag an Heiligabend stellen die Netzführer fest, dass mehr Strom durch die Netze fließt. Da an dem Feiertag keine Firmen produzieren und die Last in den Stromnetzen eher gering ist, fällt diese Spitze direkt auf. Die Netzexperten nennen sie die Gänsebratenspitze. „Es ist deutlich erkennbar, dass dann die Gänse in Werther und Bielefeld in den Ofen geschoben und dort stundenlang gegart werden“, sagt Torsten Schwenker von der Netzleitstelle. Am frühen Abend nimmt der Strombedarf dann wieder ab. Die zusätzliche Weihnachtsbeleuchtung macht sich kaum bemerkbar. „Da die meisten Menschen inzwischen LED-Lichterketten an den Baum hängen, ist der Verbrauch eher gering.“

Es ist festlich in der Leitstelle

Mit Beginn der Adventszeit stellt das Team einen Weihnachtsbaum auf und schmückt ihn. „Für Heiligabend sprechen wir uns ab und überlegen uns ein schönes Menü. Den Einkauf teilen wir auf und kochen während unserer Schicht. Natürlich im Wechsel, damit immer einer die Netze im Blick hat“, sagt Marc Hince, einer der beiden Netzführer, die dieses Jahr Weihnachten Dienst haben. In den Räumlichkeiten gibt es neben einer voll ausgestatteten Küche auch einen Sanitärbereich. Das ist nicht nur Vorschrift, sondern ist einfach sinnvoll, weil es im Krisenfall dem Schutz der sogenannten kritischen Infrastruktur dient, zu der Energienetze gehören.

Technisch versiert und kommunikativ

Das Team der Netzleitstelle besteht aus erfahrenen Technikern. Sie kennen sich mit Energienetzen bestens aus, weil die Stadtwerke Bielefeld sie auf diesen Job explizit vorbereiten. „Das ist so speziell, das kann niemand aus dem Stehgreif“, erklärt Hielscher. Es ist wichtig, Zusammenhänge herzustellen und in Notfällen schnell zu reagieren. Neben technischer Expertise müssen die Mitarbeiter sehr kommunikativ sein, Notfälle gut einschätzen und die Anrufenden beruhigen können. Auch alle nachfolgenden Maßnahmen muss das Team kennen und einleiten.

„Meldet eine Kundin einen Stromausfall, gilt es, die Ursache herauszufinden und dann die Netzmonteure dorthin zu schicken – und das mit möglichst vielen Informationen“, erklärt Hielscher.

Versorgungssicherheit dank eines eingespielten Teams

Nicht zu vergessen: Das Team muss gut harmonieren und sich vertrauen. Schichtdienst ist nicht für jeden Menschen etwas. „Das ist eine sehr persönliche Entscheidung“, sagt Hielscher. „Es gibt Weihnachtsfeste, an denen die Bescherung besser vormittags stattfindet, damit alle trotzdem ein schönes Fest in Erinnerung behalten. Die Familien müssen da schon sehr flexibel sein.“



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