Stark in der Region

EWG sponsert Jugendschach

Jeden Freitag treffen sich schachbegeisterte Kinder und Jugendliche im alten Storck-Haus. Der Spaß steht dabei im Vordergrund, wenn gemeinsam trainiert wird. 
David und Maya (im Vordergrund) spielen eine Partie Schnellschach. Nachdem Maya die Partie gewonnen hat, geben sich beide sportlich die Hand. (Foto: Sarah Jonek)

In Windeseile haben flinke Hände fünf Tische mitten im Raum aneinandergereiht und die Stühle platziert. Schon werden Schachbretter ausgebreitet und Figuren aufgestellt. Währenddessen hört man, wie sich die Kinder und Jugendlichen vom Schachklub Werther noch kurz über ihren Tag, über Ereignisse in der Schule und zu Hause austauschen. Als Michael Henkemeier, Karl Ulrich Goecke und Jonas Freiberger die Uhren vorbereiten und jeweils eine neben die Schachbretter stellen, wird es spürbar ruhig im Raum. 
Klara, Emma, Joshua, Anton, Insa, David, Alexander, Maya, Leandro und Henrik gehen auf ihre Plätze, die Konzentration steigt. Denn an diesem Freitagabend steht beim Jugendtraining des Schachklub Werther (SK Werther) Schnellschach auf dem Programm. Das bedeutet: fünf Minuten Zeit für eine Partie, für jeden Zug gibt es fünf Sekunden Gutschrift. Nach einer Partie wird gewechselt, damit am Ende des Abends einmal alle gegeneinander gespielt haben. Auf die Plätze, fertig, los!

Schach spielen: Lernen von den Großmeistern

„Beim Schnellschach geht es darum, mit wenig Bedenkzeit und blitzschnellen Zügen eine Partie zu gewinnen“, erläutert Karl Ulrich Goecke. Er ist selbst passionierter Schachspieler und leitet seit einigen Jahren gemeinsam mit Jonas Freiberger das Kinder- und Jugendtraining beim 
SK Werther. An den Tischen sitzen Hobbyspieler und „richtig gute Leute“, wie Goecke es be-schreibt. Einige der Kinder spielen auf Ost-Westfalen-Ebene, andere schon um die NRW-Meisterschaft. Wer in die Gesichter schaut, erkennt schnell, für wen das ein spannendes Hobby ist und wer richtig Ambitionen hat. Insa zum Beispiel blickt voll konzentriert auf das Brett, Anton und Joshua ebenso. „Das sind drei unserer vielversprechenden Talente“, erläutert Michael Henkemeier, 
Kassierer und Organisator beim SK Werther. 

Logisches Denken gefragt

Wie wird man eigentlich eine gute Schachspielerin oder ein guter Schachspieler? Die 
Antwort darauf liefern Felix und Kevin, beide 
18 Jahre alt. Sie spielen seit gut zwölf Jahren Schach. Und das richtig gut. „Wer gern mit Zahlen hantiert und ein logisches Verständnis hat, dem fällt Schachspielen auf jeden Fall leichter. Denn es geht vor allem darum, auf dem Brett Muster zu erkennen“, sagt Kevin. „Hilfreich ist es also, möglichst viele Muster zu kennen“, ergänzt Felix. Die eignen sie sich an, indem sie Schachbücher lesen, mit Taktik-Heften üben und vor allem, sich Videos anderer Schachpartien anschauen. „Man lernt natürlich am besten von den Großmeistern“, sind sich beide einig.  

Spielstärke verbessern beim Schach 

Großmeister gibt es 1 812 weltweit – darunter 41 Frauen. 210 aller Großmeister sind bereits verstorben. In Deutschland tragen aktuell 92 Spieler diesen höchsten Titel im Schach, der vom Weltschachbund FIDE nach bestimmten Kriterien vergeben wird. Dazu gehören die sogenannte Elo-Zahl, die als Wertungszahl die Spielstärke eines Spielers beschreibt. Alternativ gibt es die DWZ – die Deutsche Wertungszahl, die mit der Elo-Zahl vergleichbar ist. Je höher die Zahl, desto höher die Spielstärke. Als Groß-meister benötigt man eine Elo-Zahl von 
mindestens 2 500, für Frauen liegt die Grenze bei 2 300. Zum Vergleich: Im SK-Werther hat Trainer Jonas Freiberger eine Elo-Zahl in Höhe von 2 200. Felix blickt stolz auf über 1 500, Insa auf über 1 200. Einen Teil davon haben Felix und Insa auch bei den Schloss-Open gesammelt, dem Schachturnier in Werther, das jedes Frühjahr stattfindet. Das Jugend-Turnier, die Jugend-Open, werden von der EWG gesponsert.

Matt in zwei Zügen

Nachdem die Kinder und Jugendlichen das Schnellschachturnier durchgespielt haben, setzen sie sich in kleinen Gruppen zusammen. Nun stehen Aufgaben auf dem Programm. Karl Ulrich Goecke und Jonas Freiberger nehmen dafür Taktik-Hefte zur Hand. Daraus suchen sie je nach Spielstärke Aufgaben für die Kleingruppen heraus. Klara und David stellen gemäß der Vorgaben die Figuren auf das Brett. Die Auflage lautet: Matt in zwei Zügen, Schwarz ist am Zug. Es wird ganz ruhig im Raum. Alle blicken konzentriert auf ihr jeweiliges Brett und überlegen angestrengt, wie die Lösung aussehen könnte. Nach einigen Minuten setzt sich eine rege Diskussion in Gang: Es werden etliche Varianten diskutiert. Erst nach gut zehn Minuten zeichnet sich ein Lösungsansatz ab: „Wenn man den Springer auf c6 zieht, Weiß den Bauern auf g4, dann deckt der Turm den eigenen König, und der zweite Springer setzt Weiß matt“, haben Emma und Maya gemeinsam ausgetüftelt. Gemeinsam spielen sie die Züge aus und siehe da: Es geht auf. Matt in zwei Zügen. 

SK Werther

Der Schachklub Werther 1949 e.V. freut sich 
über neue Mitglieder und 
Schachinteressierte.
Kontakt: Karl Ulrich Goecke 
(1. Vorsitzender)
E-Mail: 
k.goecke(at)skwerther.de
Training immer freitags ab 18:00 Uhr
Mehr unter www.skwerther.de



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