Als Basis dienen alte Schwarz-Weiß-Fotografien des Museumsgeländes. Dazu hat Louis Bernoth ausreichend Pinsel, Acrylfarben und Farbtöpfe bereitgestellt. Bernoth studiert an der Universität Bielefeld Kulturvermittlung und leitet zum Beispiel Ferienworkshops für Kinder im Museum Peter August Böckstiegel in Arrode. Heute lautet das Thema: „In Arrode sind die Fantasiewesen los!“ 15 Kinder haben sich angemeldet, im Alter zwischen acht und zwölf Jahren. Kaum sind sie angekommen, stürzen sie sich schon auf die alten Fotografien im DIN-A3-Format. Sie zeigen das Wohnhaus des Künstlers Böckstiegel aus verschiedenen Perspektiven. „Ihr könnt mit Acrylfarben oder Wachskreide arbeiten. Bearbeitet das Bild ganz nach euren Wünschen. Ihr könnt etwas hinzufügen, etwas übermalen und es so verschwinden lassen, oder ihr lasst etwas ganz Neues daraus entstehen“, sagt der Kunstvermittler.
Ferienworkshop im Museum in Werther: Langweilige Bilder brauchen Farbe
Bevor die Kinder in Werther loslegen, machen sie sich mit den Vorlagen vertraut. Sie schauen aus den großen Fenstern in Richtung Wohnhaus des Künstlers Böckstiegel und können es mit den Schwarz-Weiß-Bildern in Verbindung bringen. Schnell sind sie sich einig: Die Bilder sehen ziemlich langweilig aus und brauchen dringend etwas Farbe.
Linnea, Janne, Juliana, Lia und Ava suchen sich ganz besonders leuchtende Farben aus. Sie verwenden vorwiegend Rot, Blau und Grün. Lia platziert auf der Wiese vor dem Haus ihre Fabelwesen. Sie ähneln ein bisschen einer Katze und einem Vogel. Jona integriert eine Sonne mit herausgestreckter Zunge, Linnea verziert ihr Bild mit ganz vielen Tupfern in unterschiedlichen Farben. Die Idee, auf einem vorhandenen Bild etwas Neues zu schaffen, entstand bei vielen Künstlern in Zeiten, in denen es wenig Material gab oder sie kein Geld dafür hatten. In der aktuellen Ausstellung, die Werke des dänischen Malers, Grafikers und Bildhauers Asger Jorn zeigt, gibt es ebenfalls ein solches Bild. In der Schaffenspause machen die Kinder deshalb gemeinsam mit Louis Bernoth einen Rundgang durch diese Ausstellung und schauen sich das Bild ganz genau an.
Selbst ausprobieren und kreativ werden beim Ferienworkshop im Museum in Werther
„Es ist uns bei den Ferienworkshops für Kinder wichtig, einen Bezug zur aktuellen Ausstellung herzustellen. So kommen die Kinder bei uns mit den Künstlern und Werken in Berührung, und können sich auch selbst ausprobieren und kreativ werden“, sagt Laura Oymanns. Sie leitet im Museum Peter August Böckstiegel die Kunstvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit.
Nach einer Frühstückspause dürfen sich die Kinder draußen auf den großen Wiesen bei wunderbarem Herbstwetter richtig austoben. Das schafft wieder Raum für konzentriertes Arbeiten. Vorher macht die Gruppe einen Abstecher ins Wohnhaus Böckstiegels. „Hier ist es ganz schön düster“, stellt Klara fest. „Aber die Möbel sind bunt bemalt“, sagt Juliana. „Auf den Bildern sind Landschaften, Häuser und Tiere zu sehen“, ergänzt Vito. Mit diesen Eindrücken kehren die Kinder an die Maltische zurück und vollenden ihre Bilder. Nach der Mittagspause bleibt sogar Zeit, die Drucktechnik auszuprobieren. Auch dabei setzen die Kinder auf leuchtende Farben und experimentieren mit Buchstaben, Formen und Linien. Vier Stunden dauert ein Ferienworkshop. Die Plätze sind sehr begehrt, das Angebot ist kostenlos. Möglich ist das, weil Sponsoren wie die EWG jedes Jahr einen Betrag für die Kinder- und Jugendförderung im Museum bereitstellen.
Kontakt
Museum Peter August Böckstiegel
Schlossstraße 109/111
33824 Werther
Telefon: 05203 2961220
www.museumpab.de