Ratgeber

Energetische Sanierung des Hauses

Ein Einfamilienhaus energetisch zu sanieren, kostet viel Geld. Doch auf lange Sicht lohnt es sich, zudem wird die Sanierung staatlich gefördert. Das fiktive Beispiel von Familie Bachmann zeigt, wie die einzelnen Maßnahmen bezuschusst werden.

Ein individueller Sanierungsfahrplan unterstützt Sie bei der Sanierung Ihres Eigenheims – und zeigt auf, welche Fördergelder Sie beantragen können. (Foto – Westend61 / Elisatim)

Elsa und Günther Bachmann wohnen zusammen mit Tochter Janina in einem geerbten Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren mit 150 Quadratmetern Wohnfläche. Um die Energiekosten künftig im Rahmen zu halten, möchten sie das Haus energetisch sanieren.

Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan?

Sie haben sich dazu von einem Energieberater einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen lassen. Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) wird von einem zertifizierten Energieberater erstellt. Er oder sie zeigt, wie ein Wohngebäude Schritt für Schritt energetisch saniert werden kann. Die Bafa übernimmt bis zu 50 Prozent des förderfähigen Honorars, maximal 650 Euro bei Ein- oder Zweifamilienhäusern.

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Die gängigsten Sanierungsmaßnahmen

Dieser sieht unter anderem vor, die alte Gasheizung gegen eine Wärmepumpe auszutauschen, die oberste Geschossdecke zu dämmen und die zum Großteil noch zweifachverglasten Fenster gegen moderne Wärmeschutzfenster auszuwechseln. Das wird erst mal teuer. Zum Glück gibt es vom Staat Fördergelder. Ein Überblick am Beispiel der Familie, wie die verschiedenen Maßnahmen bezuschusst werden.

Eine neue Heizung muss her

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe, für die sich Bachmanns entschieden haben, kostet etwa 40.000 Euro brutto. Darin enthalten sind das Gerät, die Montage, ein hydraulischer Abgleich sowie die Installation größerer Heizkörper. Letzteres ist sinnvoll, da die Wärmepumpe dann mit niedrigerer Vorlauftemperatur und damit effizienter arbeitet. Die Kosten, die maximal gefördert werden, sind für selbst genutzte Einfamilienhäuser auf 30.000 Euro gedeckelt. Davon werden bis zu 70 Prozent gefördert, also höchstens 21.000 Euro. Es gibt eine Grundförderung von 30 Prozent, einen Einkommensbonus von 30 Prozent (nur bei unter 40.000 Euro zu versteuerndem Haus­halts­jahres­einkommen) sowie weitere Boni. Für viele Besitzer von Einfamilienhäusern ist eine Gesamtförderung von 55 Prozent realistisch, also bis zu 16.500 Euro – so auch für das Ehepaar Bachmann. Bleiben noch 23.500 Euro für sie selbst zu zahlen. 

Mehr Infos zur KfW-Heizungsförderung

Weitere Fördermittel für die Haussanierung

Der Bund fördert auch einzelne Maßnahmen zur energetischen Sanierung, zum Beispiel den Austausch von Fenstern oder die Dämmung der obersten Geschossdecke. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Zuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) oder zinsgünstige Kredite von der KfW. Die Bachmanns haben sich für die Bafa-Förderung entschieden. Da ihr Energieberater einen individuellen Sanierungsfahrplan aufgestellt hat, werden die beiden Sanierungsmaßnahmen mit 20 Prozent (statt sonst 15 Prozent) gefördert. Die Dämmung der obersten Geschossdecke kostet 5.000 Euro und wird mit 1.000 Euro bezuschusst. Für die Fenster (Kosten: 20.000 Euro) gibt es 4.000 Euro vom Staat. Zudem werden bei Ein- und Zweifamilienhäusern 50 Prozent der Kosten für den individuellen Sanierungsfahrplan gefördert. Im Beispiel von Familie Bachmann sind das 500 von 1000 Euro. Wichtig: Die Förderung muss vor Beginn der Maßnahme beantragt werden. Ohne Zusage verfällt der Anspruch auf Fördergelder.

Weitere Informationen zu den Bafa Einzelmaßnahmen

Beispielrechnung der Förderungen für die energetische Sanierung

Die Kosten im Fall-Beispiel*

1. Heizungsaustausch:

Kosten: 40.000 €

max. förderfähige Kosten: 30.000 €

Förderung (bei 55 Prozent Gesamt-Boni): 16.500 €

zu zahlen: 23.500 €

2. Dämmung oberste Geschossdecke

Kosten: 5.000 €

Förderung (20 Prozent): 1.000 €

zu zahlen: 4.000 €

3. Neue Fenster

Kosten: 20.000 €

Förderung (20 Prozent): 4.000 €

zu zahlen: 16.000 €

4. Individueller Sanierungsfahrplan

Kosten: 1.000 €

Förderung: 500 €

zu zahlen: 500 €

* Die Kosten für Sanierungsmaßnahmen sind je nach Gebäude und Region unterschiedlich.



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