Markt & Technik

Duell auf Augenhöhe

Zwischen Elektroauto und Verbrenner ist ein Preiskampf entbrannt. Gute Nachrichten für Umsteigewillige, denn der Kostenabstand schrumpft.

Foto: trurnit_KI-Bild_2026_Strom_gegen_Sprit_Preisduell

Lange galt das Elektroauto als Antriebsalternative für Überzeugungstäter. E-Mobile waren oft teurer in der Anschaffung, die Kilometerreichweite begrenzt, die Modellauswahl überschaubar. Doch dieses Bild hat sich grundlegend gewandelt. Gleich mehrere Faktoren haben das Kräfteverhältnis zwischen Stromern und Verbrennern verschoben – besonders, wenn man auf die Kosten schaut. Die Zeichen dafür, dass eine Trendwende bevorsteht, verdichten sich: Zum einen entlastet seit diesem Jahr die neue Bundesförderung für Elektroautos die Käufer. Zum anderen explodierten im Frühjahr die Preise für fossile Brennstoffe an den Tankstellen, ausgelöst durch den Konflikt im Nahen Osten. Zudem ist die Modellpalette an akkubetriebenen Fahrzeugen gewachsen. In Summe sind sie dadurch für potenzielle Kunden attraktiver. Im März dieses Jahres wurden zwei Drittel mehr Elektroautos neu zugelassen als ein Jahr zuvor.

Kaufpreise nähern sich an

Vor allem im Kompaktsegment ist der Abstand bei den Anschaffungskosten zwischen Stromern und Verbrennern geschmolzen. Laut ADAC gewährten die Hersteller im Frühjahr bis zu 25 Prozent Rabatt auf Elektromodelle – teils mehr als auf vergleichbare Verbrenner. Trotzdem sind E-Autos noch immer etwas teurer. Auch im Premiumsegment ist der Listenpreis für E-Autos in der Regel noch höher als für Benziner. Doch der Abstand schrumpft. 

Laden schlägt tanken

Ein umfassendes Bild zeigt sich erst beim Blick auf die monatlichen Gesamtkosten – also Kaufpreis, Wertverlust, Energie, Versicherung und Wartung. Der ADAC nennt konkrete Modelle als Beispiele für eine Kostentrendwende: Im Kompaktsegment – etwa beim Hyundai Kona – dreht sich das Verhältnis bereits heute um: Das E-Auto ist in allen beschriebenen Szenarien günstiger als der Benziner, unabhängig vom Spritpreisniveau der dargestellten Fälle.

Im Familiensegment – zum Beispiel bei den vergleichbaren Fahrzeugen VW Passat Variant und dem Elektromodell ID.7 Tourer – hat der Automobilclub ebenfalls einen Kostenvorteil festgestellt – jedoch nur für jene, die zu Hause oder am Arbeitsplatz laden können. Wer ausschließlich auf öffentliche Schnelllader angewiesen ist, muss die je nach Anbieter unterschiedlichen Ladekosten genau kalkulieren. Unterm Strich bleibt aber eine gute Nachricht: Die Kostenschere zwischen E-Auto und Verbrenner schließt sich.

Wie E-Autos seit 2026 gefördert werden

Die Bundesregierung bezuschusst seit Anfang dieses Jahres wieder den Kauf von Elektroautos. Die Förderung gilt rückwirkend und ist ein­kommensabhängig. Die Basis­prämie beträgt 3000 Euro für reine E-Autos. Käufer von Plug-in-Hybriden erhalten bis zu 1500 Euro. Familien und einkommensschwächere Haushalte können unter bestimmten Voraussetzungen sogar einen Bonus von bis zu 6000 Euro erhalten. Die Anträge werden online gestellt. Insgesamt stehen drei Milliarden Euro bereit. Die Summe soll für rund 800 000 Fahrzeuge bis 2029 reichen. Mehr Infos



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