Nachhaltig & regenerativ

Batteriespeicher - das Rückgrat der Netze

Große Batteriespeicher boomen. Sie können Schwankungen im Stromnetz binnen Sekunden ausgleichen – und haben damit das Potenzial, die Energiewende auf Touren zu bringen. 

Große Batteriespeicher nehmen überschüssigen Strom auf und geben ihn kontrolliert ab, um das Stromnetz zu schützen. (Illustration - trurnit GmbH)

Große Batteriespeicher boomen. Sie können Schwankungen im Stromnetz binnen Sekunden ausgleichen – und haben damit das Potenzial, die Energiewende auf Touren zu bringen. 

Speicher spielen eine Schlüsselrolle für die Energiewende. Neben kompakten Batteriespeichern für das private Eigenheim geht es vor allem um große Stromspeicher, die erneuerbare Energie aus Photovoltaik und Windkraft einlagern, wenn sie nicht gebraucht wird. Diese Energie speichern sie in sonnen- und windarmen Stunden in die Stromnetze ein – dann, wenn die Menschen ihr Mittagessen kochen oder die Industrie ihre stromhungrigen Maschinen anwirft. 

Batteriespeicher bieten viel Kapazität  

Große Batteriespeicher können gewaltige Strommengen einlagern. Im niedersächsischen Alfeld soll im kommenden Jahr eine Anlage mit einer Kapazität von 275 Megawattstunden (MWh) ans Netz gehen – genug Strom, um eine Million Haushalte eine Stunde lang zu versorgen.  Auch in Sachsen-Anhalt und der Oberlausitz sind riesige Großspeicher geplant. Bis 2026 soll sich die bundesweite Kapazität von Batteriegroßspeichern verfünffachen – auf etwa sieben Gigawattstunden. Ein Grund für den Boom: Die Preise für Lithium-Ionen-Batterien sinken schnell; Batteriegroßspeicher lassen sich inzwischen kostengünstig installieren. 

Die Speicher im XXL-Format sollen die Versorgungssicherheit garantieren und dazu beitragen, die Stromverteilnetze stabiler und gleichzeitig flexibler zu machen. Denn die Energiewende stellt die Stromnetze vor gewaltige Herausforderungen. Vor allem die Stromproduktion von erneuerbaren Energien schwankt je nach Wetterlage und Tageszeit.  

Wenn mehr Strom erzeugt als verbraucht wird

Viel Wind und viel Sonne (eine so genannte "Hellbrise") in Zeiten mit wenig Stromverbrauch bedeuten: Es wird zu viel Strom produziert. Bei Windrädern lässt sich das oft mit bloßem Auge erkennen, wenn trotz ausreichend Wind die Rotoren nur langsam drehen. Häufig haben die Netzbetreiber die Anlage dann aus Sicherheitsgründen abgeregelt, weil das Stromnetz sonst überlastet würde. Großbatteriespeicher können diese teure Drosselung der Stromproduktion von Windkraft- und Solaranlagen beenden, indem sie Strom so lange speichern, bis er tatsächlich gebraucht wird.  

Sicherheitspuffer für die Netze 

Batteriegroßspeicher eignen sich besonders gut, um unvorhergesehene Leistungsschwankungen im Stromnetz kurzfristig auszugleichen und auf Differenzen in der Stromerzeugung und -nachfrage schnell zu reagieren. Denn sie können bereits in Sekundenbruchteilen ihre volle Leistung erbringen. Wie ein Staudamm Wasser aufstaut und bei Bedarf abgibt, hält der Speicher Strom zurück und gibt ihn gezielt ans Netz ab. 



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