Wie melde ich eine Balkon-Solaranlage an?
Foto: mauritius images / Westend61 / Uwe Umstätter
Balkonsolaranlagen liegen im Trend. Aber wie melde ich sie an? Ist das nicht umständlich? Nein, das funktioniert inzwischen ganz unkompliziert, weiß Volker Nau von der EWG.
1) Was ist eine Balkonsolaranlage und welche Vorteile bietet sie?
Mit einer Balkonsolaranlage können Mieterinnen und Mieter sowie Hauseigentümerinnern und -eigentümer selbst günstig Strom für den Haushalt erzeugen. Die kompakte Anlage besteht aus ein bis drei kleinen Photovoltaikmodulen mit Wechselrichter und wird am Balkon, auf der Terrasse oder an der Hauswand angebracht. Sie kostet je nach Größe zwischen 300 und 800 Euro, lässt sich einfach installieren und beim Umzug mitnehmen. Ein Modul hat meist 300 bis 400 Watt Leistung und liefert damit bis zu 400 Kilowattstunden Strom pro Jahr – das entspricht etwa zehn Prozent des Verbrauchs eines Vier-Personen-Haushalts.
2) Ist eine Anmeldung umständlich? Wie gehe ich dabei vor?
Früher musste eine Balkonsolaranlage noch beim Netzbetreiber angemeldet werden. Das ist seit knapp zwei Jahren nicht mehr nötig. Eigentümerinnen und Eigentümer registrieren ihre Balkonsolaranlage stattdessen im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Dies muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme geschehen. So ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Anmeldung ist kostenlos: Sie legen ein Benutzerkonto an und registrieren sich als Betreiberin oer Betreiber sowie die Anlage mit den wichtigsten Eckdaten. Dazu gehören der Standort, das Datum der Inbetriebnahme, die Gesamtleistung der Module, die Wechselrichterleistung, die Nummer des Stromzählers. www.marktstammdatenregister.de
3) Gibt es noch weitere Vorgaben für Balkonsolaranlagen?
Ja. Seit Mai 2024 dürfen alte Ferraris-Stromzähler für eine Übergangsfrist von vier Monaten weiterverwendet werden – erst danach ist ein Austausch gegen einen Zweirichtungszähler nötig. Für den Anschluss reicht ein normaler Schuko-stecker. Vorher mussten Anlagen oft mit einem Wieland-Stecker betrieben werden, der zwar etwas sicherer, aber auch teurer ist. Wir empfehlen den Wieland-Stecker weiterhin – weil er mehr Sicherheit bietet. Auch die maximal erlaubte Leistung wurde erhöht: bis zu 800 Watt Einspeiseleistung am Wechselrichter mit maximal 2000 Watt installierter Modulleistung.
Volker Nau, ehemaliger Geschäftsführer der EWG. (Foto:Sarah Jonek)