Wärmepumpe? Ja, sicher!
Foto: Sarah Jonek
Das Häuschen hat schon einige Jahre auf dem Buckel – ebenso die Heizung. Eckert Hartsieker und seine Frau Julia lieben ihr Eigentum, pflegen es und möchten noch möglichst lange dort wohnen. „Die Preisentwicklungen an den Tankstellen haben wir ebenso mit Sorge beobachtet wie die beim Erdgas. Der Wunsch, uns unabhängiger davon zu machen, wurde zusehends stärker“, erklärt Hartsieker den Ausgangspunkt. Doch welche Heizung passt in das Häuschen? Antworten bekam das Ehepaar Hartsieker von Niklas Ferch, Energieberater der EWG.
„Funktioniert eine Wärmepumpe in meinem Haus? Das ist meist die erste Frage, die mir Interessierte stellen“, sagt Niklas Ferch. Der Energieberater kennt sich mit Heizsystemen aus und weiß: Pauschale Antworten wären unseriös. „Manche Häuser wurden bereits saniert, bei anderen sind bestimmte Modernisierungen nicht ohne Weiteres möglich. Deshalb ist immer eine individuelle Betrachtung nötig. Wir beraten die Menschen in Werther und Borgholzhausen persönlich rund um die Wärmepumpe.“
Als erste Grundlage nutzt Niklas Ferch einen wichtigen energetischen Kennwert des Gebäudes: den Energie-bedarf des Hauses. Dafür wird der Jahresverbrauch in Kilowattstunden (kWh) durch die Wohnfläche in Quadratmetern geteilt. Ein entsprechender Wert findet sich auch im Energieausweis. Je höher er ausfällt, desto mehr Energie benötigt das Gebäude und desto schlechter ist in der Regel seine Einstufung. Ein niedriger Wert ist dagegen vorteilhaft für Haus und Eigentümerinnen und Eigentümer.
Jedes Haus ist anders
In Kombination mit einer PV-Anlage lässt sich die Wärmepumpe der Hartsiekers noch effizienter betreiben. (Foto: Sarah Jonek)
Anhand dieses Kennwerts kann der Energieberater einschätzen, ob das Gebäude gute Voraussetzungen für eine Wärmepumpe bietet. Ein weiterer Faktor ist die Vorlauftemperatur der vorhandenen Heizung. „Sie sollte möglichst niedrig sein, denn dann arbeitet auch eine Wärmepumpe besonders effizient“, erklärt Ferch. Anschließend betrachtet er den Sanierungszustand des Hauses. „Ohnehin geplante Sanierungen sollten möglichst vor dem Einbau erfolgen. Dann lässt sich die Wärmepumpe optimal auf das Gebäude abstimmen.“
Wird erst später saniert, kann die Anlage anschließend überdimensioniert sein. Das erhöht den Energieverbrauch und kann ihre Lebensdauer verkürzen. Bei dem Ehepaar Hartsieker war der Zustand ihres Hauses sehr gut. Weitere Veränderungen waren nicht erforderlich.
Beraten lassen – dann entscheiden
Niklas Ferch, Energieberater der EWG im Kundengespräch. (Foto: Sarah Jonek)
„Viele meinen es gut und lassen möglichst schnell eine Wärmepumpe einbauen. Doch das ist nicht immer der beste Weg“, betont Ferch. „Nutzen Sie lieber zuerst unser Beratungsangebot. Gemeinsam prüfen wir, unter welchen Voraussetzungen eine Wärmepumpe für Ihr Haus sinnvoll ist.“ So vermei-den Sie unnötige Kosten und vermutlich auch die Enttäuschung, dass die neue Anlage weniger effizient arbeitet als erwartet.
Wärmepumpe als letzter Baustein
Auf dem Handy kann Eckert Harsieker jederzeit aktuelle Daten zu Temperatur, Energieverbrauch und mehr abrufen. (Foto: Sarah Jonek)
Für das Ehepaar Hartsieker war die Energieberatung bei Niklas Ferch die letzte noch erforderliche Entscheidungshilfe. „Wir kannten das Gefühl der Unabhängigkeit, weil wir uns zuvor ein Elektroauto angeschafft hatten. Dieses Gefühl wollten wir auf unser Zuhause übertragen“, erklärt Eckert Hartsieker. Nach dem E-Auto folgte eine Photovoltaikanlage mit Speicher. „Die Wärmepumpe war das letzte noch fehlende Teil, um einerseits unsere Abhängigkeit von Energiepreisen weiter zu verringern und andererseits unser Haus frei von fossilen Verbrennungssystemen zu gestalten.“
Die Entscheidung ist den Hartsiekers nicht leicht gefallen, denn die Kosten für eine Wärmepumpe sind hoch. Profitiert haben die beiden von einer hohen Förderung. „Den Gedanken, dass wir eine Wertsteigerung beziehungsweise Werterhaltung unseres Eigenheims erzielen, fanden wir attraktiv. Zum anderen sind wir überzeugt, mit der Wärmepumpe auf eine zukunftsfähige Heiztechnik zu setzen.“
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